Von traditionell bis schräg: 32 Bands aus aller Herren Länder interpretieren in rund 170 Konzerten Musik vom Meer: Internationales Festival Maritim vom 4.-6. August

Eine Gruppen-Dynamik, der man sich so gar nicht entziehen kann: Schon wenn kurz vor Beginn des Internationalen Festivals Maritim die ersten Musiker in Bremen-Vegesack anlanden, liegt eine ganz besondere Stimmung in der Luft. Gute Laune, deftige Sprüche und schon vor dem eigentlichen Start von Bremens großem Seamusic-Event am Freitag gibt’s hier und dort ein Ständchen. Keine Frage: Die Künstler sind es, die das Festival unverwechselbar machen und selbst schüchterne Musikmuffel in erstaunlich begeisterte „Mit-Singer“ verwandeln.
In diesem Jahr lassen sich innerhalb der 32 Formationen, die aus aller Herren Länder anreisen, besonders viele neue Gesichter ausmachen. Da wären zum Beispiel Tobermore aus den Niederlanden, die ihre Zuhörer nach eigener Aussage geradewegs in die pure Entrückung – oder sollte man vielleicht besser gleich sagen: Entzückung – führen. Die musikalischen Mittel, die dabei zum Einsatz kommen, sind frischer Irish Folk und – so kann man es der Eigenbeschreibung entnehmen – herzzerreißende Country-Songs, deren Sound auch dann noch das Trommelfell massiert, wenn der letzte Ton längst verklungen ist.  Eine ungewöhnliche Mischung aus Folk und Punk dagegen liefert 13 Krauss. Auch wenn der Bandname ziemlich schräg und dabei auch noch irgendwie Ur-Deutsch klingt: Die Künstler kommen aus Spanien und in dieser Sprache wird auch die Musik vom Meer intoniert, der man in der Interpretation dieser Band im Übrigen besonders eingängige Rhythmen nachsagt.
Von den Briten ist ja schon ganz allgemein einiges zu erwarten. Die sechs Jungs von The Black Tartan Clan kombinieren folgerichtig musikalisch mutig und überaus hörenswert den Highland-Dudelsack mit melodischem Punk Rock. Einen weiteren Blick auf eine Festival-Premiere-Gruppe ermöglichen The ShoePolishers aus Frankreich. Wobei deren Sound mit hoher Wahrscheinlichkeit eher die gute Laune des Publikums aufpoliert: Präsentiert wird eine raffinierte Folk-Rock-Melange mit keltischen Akzenten.
Natürlich fehlen auch in diesem Jahr die vielen bekannten Bands nicht wie Four’n Aft, Unicorn oder De Kaapstanders, Letztere bestehend aus 30 Musikern, die zünftige Shanties in holländischer, englischer und französischer Sprache zum besten geben.
Die Mischung ist also wieder bunt und vielseitig, egal ob man jetzt eher der traditionellen Interpretation von Seamusic anhängt, sich bei Irish- und Celtic Folk die Seele aus dem Leib tanzen möchte oder bei einer ruhigen Ballade gedanklich gleich mit aufs Meer reist.

13 Krauss

Black Tartan

The ShoePolishers

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